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In bestimmten Fällen macht eine simultane Behandlung mit der Iontophorese Sinn, in manchen wiederum nicht.


Sinnvoll eingesetzt wird eine simultane Behandlung der Hände und der Füße (also aller vier Extremitäten gleichzeitig), wenn das Iontophoresegerät technisch dazu in der Lage ist, genügend und sinnvoll verteilten Strom zu liefern.

Sinnvoll ist eine simultane Behandlung hinsichtlich des Faktors Zeit. Hat man Hyperhidrose an Händen und Füßen und will diese mit der Iontophorese behandeln, winkt im besten Fall eine Zeitersparnis von 50% gegenüber einer seperaten Behandlung. Dies ist der wohl wichtigste Grund; ein anderer ist aber auch, dass man bei gleichzeitiger Behandlung das Behandlungsgerät während der Therapie hinsichtlich der Stromstärke regulieren kann. Da immer eine Hand in den Wannen verbleibt, kann man mit der anderen den Strom erhöhen oder herunterregeln.

Gerade in den Ohren von Patienten, die lange Zeit in den Bädern der Iontophorese verbringen müssen, klingt eine Reduktion der Behandlungszeit sehr verlockend.

Hierbei sollte angemerkt werden, dass eine solche hohe Reduktion nur in seltenen Fällen zu erwarten ist.

Hierbei wäre dies praktisch der Fall, wenn Hände und Füße gleich stark und gleich hoch schwitzen, dabei die Hautdicke der Füße und Hände genau im Verhältnis zur behandelnden Fläche und der Wirkverteilung (der unterschiedlich stark auf das Schwitzen wirkenden Elektroden) von + und - Pol bei der Iontophorese steht und Hände und Füße die exakt gleiche Zeit und gleiche Stromstärke benötigten, sowie das Gerät zur Iontophorese diese Stromstärke auch liefern kann.

Klingt jetzt etwas utopisch- und doch kann man allen Unkenrufen zu Trotz schon sehr große Zeitersparnisse herausholen. Die Optimierung der Iontophoresetherapie hat also auch in diesem Fall das Ziel, so wenig Zeitaufwand wie möglich zu erreichen.

Jetzt zerlegen wir einfach einmal die oben genannten Prämissen von hinten nach vorne:

Das Gerät zur Iontophorese muss erstmal in der Lage dazu sein, genügend Strom bereitzustellen. Hierbei kann meist schon zwischen professionellen Geräten und Spielzeug unterschieden werden - auch ist oft gerade mit Batteriebetrieb eine hohe Stromdichte, die für Hände und Füße ausreicht, selten realisierbar. Dauerhafte Werte von 60 Volt an 30 mA an 2000 Ohm Last sind schon eine Messlatte. Hidrex und Idromed sind hierbei für solche eine Behandlung gerüstet.

Hände und Füße gleichzeitig in der Iontophorese: Die richtige Balance finden


Hände und Füße brauchen ungefähr die gleiche Behandlungszeit. Auch hierbei zeigt die Erfahrung, dass das einfach oft so ist. Ist das nicht der Fall, so ist die Zeitersparnis auf den kleineren Wert begrenzt. Also: Behandelt man die Füße 15 Minuten und die Hände eine halbe Stunde, so wäre dies addiert eine dreiviertel Stunde. Nun spart man 15 Minuten ein, indem man Hände und Füße gleichzeitig und anschließend nochmals eine Viertelstunde die Hände mit der Iontophorese behandelt.

Hautdicke Stromstärken und Wirkverteilung der Iontophorese

Iontophorese und Hautdicke
Die Dicke der Haut aller mit der Iontophorese zu behandelnden Bereiche hat augenscheinlich einen großen Einfluss darauf, wieviel Strom man aushalten kann. Dickere Hautschickten neigen dazu, mehr Strom zu benötigen, damit man überhaupt trocken wird. Da die Hautschichten bei Händen und Füßen stark differieren können (Barfußlaufen, dicke Hornhautschichten, "Holzfällerhände"), kann es vonnöten sein, hier selbst einzugreifen (Hornhaut entfernen, ect.).

Strom und Wirkverteilung während der Iontophoresetherapie
Ein besonderes Augenmerkt gilt hier der Wirkverteilung der Iontophorese: Man kann zusätzlich einfach entsprechend die Pole sinnvoll tauschen, da der Pluspol stärker wirkt. Meist wird der Pluspol an die Füße gelegt.

Aushaltbare Stromstärken bei der Iontophorese
Ist nach der aushaltbare Strom nach oben genannten Maßstäben gegenüber getrennter Behandlung der Hände und Füße zu hoch (Faustegel: Strom differiert nach allen Maßnahmen nicht mehr als um 30%), sollte auf eine getrennte Behandlung zurückgeriffen werden, damit das Ganze noch Sinn machen kann.

Beispiel: Kann man an den Händen maximal 5 mA aushalten und an den Füßen dagegen 15 mA, macht es wenig Sinn, die Füße bei maximal 7 mA (nach Polaritätswechel mit Pluspol an den Füßen lässt sich meist mehr Strom fahren) mitzubehandeln, in diesem Fall liegen beide Werte um mehr als 50% auseinander.

Ausnahme: Es werden Stellen behandelt, die ungefähr diesen Wert benötigen, die also eh schon seperat behandelt werden müssen, weil die Wirkhöhe der Iontophorese dafür nicht ausreicht. Ein typisches Beispiel sind hierbei schwitzende Fußfesseln oder ein schwitzender Spann.

Verschiedene Kennfaktoren, um abzuschätzen, ob eine simultane Behandlung sinnvoll erscheint:

- Gerät ist nicht am Anschlag, liefert genügend Strom und "fällt" in der Leistungsspitze nicht ab
- Bei getrennter Behandlung Zeitfaktor nicht mehr als 75%; Stromstärken nicht mehr als 30% auseinanderliegend

Fazit: Beachtet man diese Tipps zur Iontophorese und der gleichzeitigen Behandlung und ist in einem sinnvollen Zeit/Stromstärkenfenster, kann man bis zu 50% Zeit bei der Iontophorese einsparen, also, wenn das mal nichts ist!

Trotz allem Hin- und Herrechnen kann nur durch individuelles Ausprobieren die optimale Einstellung der Therapie mit der Iontophorese erreicht werden.
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07.07.2014, 13:11